Welche Chancen bieten uns Krisen wie die aktuelle Corona-Pandemie?

Die Corona-Pandemie ist in aller Munde und wird im Minutentakt diskutiert. Irgendwie fühlt es sich an, als dass die Welt sich nur noch um dieses Thema dreht. Alle anderen Themen werden überlagert und verlieren an Bedeutung, obwohl sie vor einem Monat noch sehr präsent waren. Denken wir nur an die Klimaerwärmung oder das Flüchtlingsthema – die Infos dazu scheinen heute in der Pandemiekrise nicht mehr wichtig zu sein, obwohl sie es noch sind. Sie haben an Priorität eingebüsst, weil uns Medien mit Schreckensmeldungen zur Pandemie überhäufen und über Massnahmen durch den Staat gesprochen wird. Angst macht sich breit!

Doch das muss nicht sein. Wir können selbst bestimmen, ob wir uns diesem Nachrichtendiktat aussetzen wollen oder nur so viel Informationen zulassen, wie uns nützlich sind.

Zugegeben, die Meldungen über die vielen Todesfälle sind erschütternd. Doch sind auch Menschen infiziert, die keine oder nur schwache Symptome aufweisen. Und es gibt viele, die derzeit gesund und beurlaubt sind oder im Home Office arbeiten. Manche bangen leider um ihren Arbeitsplatz und sogar um ihre Existenz. Hier ist es wichtig und richtig, dass die Staaten diese Menschen unterstützen.

Und doch hat jede Krise seine Chancen. Sie zu erkennen führt zu einer mentalen Stabilität und Souveränität und macht uns resilient. Nachfolgend möchte ich ein paar Anregungen für diejenigen geben, die jetzt durch das Social Distancing in die Isolation verbannt wurden – wahrscheinlich für die meisten, die diesen Artikel hier lesen.

1. Stell dich der Angst, schau die Angst an! Am besten nimmst du dir täglich Zeit und lässt die Angst zu, indem du mit ihr sprichst. Akzeptiere sie und erkenne sie an – diese reservierte Zeit lang. Das was wir akzeptieren, werden wir los. Danach vereinbarst du mit der Angst den nächsten Termin und verabschiedest dich für heute von ihr (Dahlke, 2014).

2. Das Gute im Ganzen sehen ist ein weiterer Schritt. Wenn wir in einigen Jahren zurückschauen, werden wir sehen, wie gut wir das gemeistert haben. Wir haben dazu gelernt und können stolz auf uns und andere sein. Wir Menschen schaffen Krisen und sind in der Lage, sie zu verdauen, wenn wir sie akzeptiert haben.

3. Finde Lösungen! Überlege, was dir die Situation bieten kann. Du hast keinen Alltagsstress, du kannst keine Termine annehmen oder auf Veranstaltungen gehen. Du hast Zeit – massig Zeit. Erstelle eine Bucket-Liste und schreibe auf, wie Du die Zeit nutzen möchtest: eine Sprache lernen, einen Brief schreiben, eine Reise planen, ein neues Hobby beginnen, Kochen (lernen), Bücher lesen, Faulenzen, eine Ausbildung online starten, anderen Menschen helfen, die Bibel lesen und dich mit Gott auseinandersetzen. Schreibe die Liste, ergänze sie täglich, korrigiere sie, streiche Einträge. Wenn du Lust hast, nimm dir heute etwas raus und tue es. Wenn du deine Gedanken aufschreibst, musst du nicht mehr grübeln.

4. Übernimm Verantwortung und verlasse bewusst die Opferrolle. Anstatt blindlings auf die Vorgaben und Anweisungen zu warten, können wir, kannst du, sehr viel tun. Wir können uns und andere durch Social Distancing schützen und durch Social Media oder Telefonate Kontakte pflegen. Wenn das Virus uns erwischt, ist es da und in unserem Körper. Wir können unseren Körper stärken, indem wir gesund essen, uns viel in der frischen Luft bewegen – besonders im Wald oder im Stadtpark, auf das Rauchen und zu viel Alkoholkonsum verzichten. Dann ist unser Körper gut vorbereitet. Denn nicht das Alter alleine macht zur Risikogruppe, sondern dein physischer Zustand. Menschen, die eine Krankheit oder einen Unfall als Schicksal getroffen haben, brauchen unsere Unterstützung, in dem wir ihnen den Platz für die beste Versorgung im Spital freilassen. Dazu kannst du beitragen: Es wäre also die beste Zeit, mit dem Rauchen aufzuhören, auf übermässigen Fleischkonsum und Fertigprodukte zu verzichten, vielleicht mit einer Fastenzeit den Körper auf die Genesung einzuleiten und dich mehr zu bewegen.

5. Pflege weiterhin Kontakte – über soziale Medien. Nutze dein Netzwerk und baue es aus. Gerade in diesen Zeiten ist es wichtig und die ideale Möglichkeit, weil die Menschen offener werden – sie haben ja Zeit. Ein ehrlich gemeintes „Wie geht es dir?“ kann Tore öffnen.

6. Durch die vermehrte Nutzung verschiedenster Kommunikationsmedien lernen wir, mit einer uns vielleicht noch wenig vertrauten Art der Kommunikation umzugehen und werden darin Profi. Sie werden so normal, dass wir künftig vermehrt auf Reisen verzichten können und wollen, dabei Geld sparen und der Umwelt gutes tun. Mir fällt selbst auf, je mehr ich jetzt diese Medien mit Kollegen und Kolleginnen im beruflichen Umfeld nutze, gewöhnen sich alle daran und es entsteht je länger je mehr auch eine Medienkompetenz und ermöglicht auch eine gute Kommunikation über diese Plattformen. Natürlich ziehe ich persönliche Kontakte vor und ich freue mich auf sie.

7. Plane deine Zukunft aus den Erfahrungen in dieser Krise. Was darf sich verändern, was soll bleiben? Was ist dir wirklich wirklich wichtig in deinem Leben? Worauf freust du dich? Du hast jetzt die Zeit, darüber nachzudenken. Vielleicht hat dich die Krise in eine brenzlige Situation gebracht. Welche Erfahrungen kannst du erkennen, die du zu deinem Vorteil nutzen kannst? Vielleicht doch eine Weiterbildung oder in deiner Selbstständigkeit ein neuer Businessplan? Nutze die Zeit und verlasse die Starre des braven Informationsempfängers. Sei du der Unternehmer deines Lebens – in jeder Situation.

Fazit

Letztendlich ist es unsere Entscheidung, Verantwortung für unser Denken und unsere Einstellungen zu übernehmen, woraus alles weitere in unserem Leben resultiert.

Beginne jetzt, stärke deine Resilienz und stecke andere mit deiner positiven Einstellung an!

Quellen

Dahlke, R. Angstfrei leben: https://blog.dahlke.at/angstfrei-leben/ (2020-03-17)

Dahlke, R. (2014). Angstfrei leben: Ein Selbstheilungsprogramm – Praxiskurs mit CD (Deutsch), Arkana Verlag

Stangl, W. (2019). Stichwort: ‘Resilienz’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik. https://lexikon.stangl.eu/593/resilienz/ (2020-03-17)

Reivich, K. (2003). The Resilience Factor: 7 Keys to Finding Your Inner Strength and Overcoming Life’s Hurdles, Harmony